Der Kunde ist omnipräsent!

Kompass

Aller Anfang eines erfolgreichen Business ist eine gute Idee. Eine gute Idee muss dabei nicht zwangsläufig eine technische Innovation, also ein high-tech Produkt, sein, welches sich allein durch seine Einmaligkeit und den Grad der Innovation am Markt behaupten wird. Eine Gute Idee kann sehr viel weniger und dadurch wiederum sehr viel mehr sein, als das.
Die Erfahrungen, die ein „high-tech-Gründer“ im Laufe der Zeit immer wieder machen, ist die, dass getreu der sog. Schumpeterschen innovativen Unternehmer solche Produkte schnell Nachahmer finden und von der Konkurrenz kopiert werden. Die Konkurrenz profitiert dabei von dem Entwicklungsaufwand und dem Herzblut, welches die „high-tech-Gründer“ in ihre Unternehmung investiert haben, um ein marktfähiges Produkt zu kreieren.

Natürlich ist das Vorhandensein von Technologie und Know-How für Günder eine hervorragende Ausgangssituation, jedoch keine Grundvorraussetzung. Die Idee an sich muss gut sein. Dies kann z.B. die Idee für einen Service oder eine Dienstleistung sein, die dem Kunden einen klaren Mehrwert bietet. Die Idee kann es auch sein, alte Strukturen, wie auch immer diese geartet sein mögen, über den Haufen zu werfen und neu zu überdenken, um zu einer besseren, eleganteren Lösung zu kommen.

Ausgehend von einer guten Idee als Basis für dein Start-Up ist das eigentlich spannende und vor allem entscheidende für den zukünftigen Erfolg das Gesamtkonzept. Das bedeutet, dass die Idee soweit durchdacht werden und reifen muss, bis ein Rahmen darum gewachsen ist, in dem die Idee zu einem Konzept wird und wirtschaftlich tragbar ist.

Das erste, was man im Marketing lernt, ist dass der Kunde mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund steht und die Unternehmensausrichtung sich daran orientieren muss. Er ist es schließlich, der später einmal Geld für die Dienstleistung bzw. das Produkt bezahlen soll. Er ist es auch, der die Anforderungen an das Angebot stellt. Je besser das Angebot auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist oder dessen Erwartungen sogar noch übertrifft, desto erfolgreicher ist die Unternehmung.

Mein Tipp an dieser Stelle ist im ersten Schritt, um herauszufinden, ob eine Idee potential hat, zu ergründen, ob es einen Markt für die Idee bzw. das angestrebte Angebot gibt. Die Definition für Markt ist dabei nicht, ob das Angebot von irgendjemandem wahrgenommen werden würde, sondern ob eine ausreichend hohe Nachfrage existiert, so dass die Unternehmung in Zukunft erfolgreich sein kann. Wer ist mein Kunde bzw. welche Zielgruppe strebe ich an? Passt das geplante Angebot zu den Wünschen und Bedürfnissen der potentiellen Kunden? Was muss getan werden, um das Angebot an die Bedürfnisse anzupassen? Fragt euch auch, wo die Kunden sitzen und welchen Preis diese Bezahlen würden! Wie viele potentielle Kunden gibt der Mark her und wie hoch ist deren Bedarf an eurem Angebot?

Beispiel:

Würde heute jemand auf die Idee kommen einen Bierhalter-Helm aus Kevlar mit handgeschmiedeten Dosenhalterungen auf den Markt bringen zu wollen, entsprechend mit der Zielgruppe Studenten, Arbeitslose und Mallorcaurlauber, so spielen die Kosten und damit der Angebotspreis eine entscheidende Rolle. Die Idee ist zwar neu, bedient also gewissermaßen eine Nische, jedoch zielt sie nicht auf den Kunden und damit den Markt ab. Die Zielgruppe ist nicht in der Lage und vor allem nicht gewillt, einen Preis von beispielsweise 100,- € zu bezahlen. Die Qualität ist dabei nebensächlich, so dass der Helm ganz andere Anforderungen erfüllen muss, um die Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen.

Natürlich ist dies kein Beispiel aus der Praxis, aber dennoch wird klar, inwiefern der Kunde bzw. die Nachfrage das Angebot beeinflusst. Im Zuge der Konzeptentwicklung muss der Kunde immer präsent sein. Immer dann, wenn ihr an eurem Konzept etwas ändert, fragt euch erneut, ob der Kunde dadurch einen Mehrwert erhält.

Die Geschäftsideen, die vor diesem Hintergrund entwickelt werden, sind nachhaltiger, unabhängig davon, ob „high-tech-Gründung“ oder, nennen wir sie „Konzeptgründungen“.

Foto von http://www.flickr.com/photos/nicokaiser/ unter Creative Commons – Attribution-Lizenz

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